Ziel: Die Phantasie der Kinder anregen

 

»Leseküken« schreiben lustige Geschichten von Kindern für Kinder - Sponsor und Verlag vorhanden
 
Der Club der Leseküken setzt sich aus acht schreib- und lesebegeisterten Kindern zwischen acht und dreizehn Jahren zusammen. Die Nachwuchs-Autoren treffen sich einmal wöchentlich bei Kindergruppenleiterin Claudia Sonntag. In Assenheim, um gemeinsam zu lesen und Geschichten zu schreiben. Aus Ihrer Phantasie entstehen Texte über Abenteuer, Mutproben oder Tiergeschichten. Jedes Kind bringt seine Gedanken ohne elterliche Hilfe zu Papier. In der Gruppe werden die Werke dann vorgetragen und besprochen. Sie helfen sich gegenseitig bei der Korrektur und erweitern so ihre sprachlichen Fähigkeiten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein ganzes Kinderbuch, das 30 lustige ober auch spannende Geschichten enthält. Das Buch wurde im Nachhinein von einer Zeichnerin aus Hamburg illustriert. Es erscheint Anfang nächsten Jahres im Kater.com Verlag, der sich auf gewaltfrele Kinderbücher spezialisiert hat.

Ihre Ideen entwickeln die Kinder bei der Lektüre anderer Bücher. Außerdem regt die Leiterin Sonntag die Phantasie der Kinder an - durch Ausflüge in die Natur, durch Traumreisen mit musikalischer Begleitung oder im Gruppen-gespräch. »Die Phantasie haben die Kinder, man muss sie nur ein Wenig anregen«, bestätigt die Autorin.

Sonntag ist ausgebildete Trainerin für neurolinguistisches Progrmmieren. Das bedeutet, dass sie das Potential, das die Kinder in sich haben, aktivieren will. Sie versucht, mit den Leseratten innere Bilder zu schaffen, indem sie mit verbundenen Augen Gegenstände ertasten oder Musik kreativ umsetzen. Dies kann durch Knetmasse oder Malerei geschehen. Haben die Kinder ihre Themen gefunden, geht es voller eifer ans Werk.
Dabei haben sich die Kinder bereits an gewisse textliche Grundsätze zu halten. Erstens dürfen die Nachwuchsautoren weder Bandwurm noch unvollständige Sätze formulieren. Zweitens sollen sie sich bemühen, den Inhalt durch die Verwendung von zahlreichen Verben und Adjektiven lebendig zu gestalten. Außerdem wissen die Kinder bereits mit dem Urheberrecht umzugehen
und verwenden keine Namen oder Handlungen, die in bekannten Büchern vorkommen.

Die Leseküken haben sich erst im Sommer dieses Jahres zusammenge-schlossen. Seither arbeiten sie fleißig und diszipliniert an der Entstehung dieses Lesebuchs. Mittlerweile sind sie eine eingeschworene Gemeinschaft, die erfolgreich zusammenarbeitet. »Jedes Kind entwickelt bereits seinen eigenen Schreibstil«, betont Sonntag. Während einer eher faktenorientiert und präzise
schreibt, liebt die andere die detaillierte Situationsbeschreibung. Wieder anderen Kindern gelingt die Anfertigung von Gedichten besonders gut. Die 13-jährige Ramona schreibt besonders gerne Krimis und orientiert sich an großen Autoren.

Die Begeisterung der Kinder ist so groß, dass sie schon jetzt das nächste Werk bearbeiten. Das Buch soll dann eine gemeinsam verfasste, umfangreichere Geschichte enthalten. Am vergangenen Wochenende fand eine Lesenacht statt, in der neue Ideen gesammelt wurden. Außerdem gingen die Kinder stundenlang Ihrer gememeisamen Leidenschaft nach - dem Lesen.
Die »Leseküken« sind übrigens an den Kinderschutzbund angeschlossen. Claudia Sonntag verrichtet die Arbeit mit den Kindern ehrenamtlich. Finanziell unterstützt werden die »Leseküken« von einer Florstädter Firma. Alle Kinder wurden mit einem T-Shirt mit Club-Logo ausgestattet. Weitere Informationen über die Aktivitäten der Leseküken gibt es im Internet unter www.flexon-buch.de.


 
zurück                                                                   erschienen in der Wetterauer-Zeitung vom 18.11.2003